Venture Studio
Heylog
Bernhard Hauser, Gründer & CEO Zusammenfassung
- Kommunikation und Workflows zwischen Speditionen und Fahrern digitalisiert – direkt über WhatsApp und Web-Oberfläche
- KI im Kern des Produkts für Dokumentenverarbeitung, Workflows und automatische Übersetzung in mehr als 13 Sprachen
- Als Corporate Venture von null aufgebaut, inklusive Produkt, Team und Vertriebsstrukturen
- €3,8 Mio. Finanzierung von Industriepartnern wie Schmitz Cargobull und LKW WALTER
- Vom Start bis zum ersten Umsatz in unter sechs Monaten
Heylog ist ein Logistik-Tech-Unternehmen aus Wien, das die Kommunikation entlang der Lieferkette digitalisiert: Speditionen erreichen ihre Fahrerinnen und Fahrer direkt über WhatsApp & Co. Aus unstrukturierten Chats werden strukturierte Workflows – von der Tourenabstimmung bis zum Dokumentenaustausch. Heylog ist das erste Digitalunternehmen in unserem Portfolio. Die Vorbereitung begann 2021, gegründet wurde das Unternehmen im April 2022 gemeinsam mit Industriepartnern und mit €3,8 Mio. von Schmitz Cargobull, LKW WALTER und 9.5 Ventures finanziert. Die ersten Umsätze wurden nach weniger als sechs Monaten realisiert.
Überblick
Heylog war das erste Digitalunternehmen in unserem Portfolio: gemeinsam mit Industriepartnern gegründet und von null aufgebaut. Das MVP löste ein Problem, das jede Spedition kennt, nämlich die Kommunikation mit Fahrerinnen und Fahrern unterwegs.
Die Ausgangslage
Zwischen Disposition und Fahrerhaus liegt eine Lücke. Telefonate unterbrechen die Fahrt, E-Mail erreicht niemanden auf der Straße und die Systeme der Spedition reichen nicht bis ins Fahrzeug. Was tatsächlich ankommt, sind Nachrichten per Messagingdienste: Fahrerinnen und Fahrer nutzen WhatsApp ohnehin auf den eigenen Geräten und benötigen dafür keine zusätzliche Schulung.
Rund 90% der Fahrerinnen und Fahrer nutzen bereits WhatsApp & Co, während dienstliche Anwendungen immer seltener installiert werden (eigene Marktrecherche in der DACH-Logistik, 2022). Im Alltag der Branche werden im DACH-Raum rund 27 Sprachen gesprochen (Dispo, 2022). Dazu kommt ein Marktvolumen von rund €80 Mrd., das über Subunternehmer abgewickelt wird (Statista, 2019).
Zwischen einigen Unternehmen und Fahrern werden bereits Messagingdienste verwendet, allerdings löst das keine Sprachbarrieren, erlaubt keinen strukturierten Austausch über Teams hinweg und löst auch nicht die Datenschutzfrage. Dazu kommt, dass diese Art von Nachrichten losgelöst vom Transportmanagementsystem (TMS) stattfinden und somit nicht zuordenbar protokolliert sind.
Die Lösung
Das Ziel des Markteintrittsprodukts (MVP) war genau diese Verbindung: die Kommunikation mit Fahrerinnen und Fahrern auf der Straße über WhatsApp sowie vergleichbare Messagingdienste, angebunden an die Transportmanagementsysteme der Speditionen, ergänzt um KI-basierte Workflows. Der Ansatz setzte bewusst dort an, wo die Nutzung bereits stattfand, statt eine weitere App zu verlangen, die im Alltag niemand öffnet.
In der Disposition lief alles in einer Oberfläche zusammen: laufende Konversationen, Aufträge, Dokumente und der Status einer Fahrt. Für Fahrerinnen und Fahrer blieb umgekehrt alles beim Gewohnten – WhatsApp, Facebook Messenger oder Viber auf dem eigenen Gerät, ohne zusätzliche Installation.
Wir nutzen Heylog täglich. Es erleichtert uns den Alltag enorm.
Touren steuern, auch ohne Integration
Heylog funktionierte als eigenständige, web-basierte Anwendung. Eine Spedition konnte Aufträge und Touren direkt in Heylog anlegen und steuern, auch ohne vorher ihr TMS anzubinden. Das war eine bewusste Entscheidung, denn Integrationen in TMS sind kompliziert und langwierig und gerade kleinere Speditionen, bei denen das Problem am größten ist, haben dafür weder Budget noch IT-Abteilung.
Die Tour ging als Nachricht an die Fahrerin oder den Fahrer, mit Start, Ziel, Zeitfenstern und Hinweisen zur Abladung. Angenommen oder abgelehnt wurde per Knopfdruck im Chat und die Antwort lief als Status in den Auftrag zurück.
Wer integrieren wollte, konnte Heylog über eine REST API an TMS, Telematiksysteme und Drittanbieter anbinden.
KI-basierte Workflows
Workflows auf KI-Basis spielten eine zentrale Rolle bei Heylog. Ein Chat allein stellt die Kommunikation zur Verfügung, doch darauf aufbauend konnten in der Disposition der Transportunternehmen wiederkehrende Aufgaben einfach und effektiv umgesetzt werden. Dazu zählte auch die KI-basierte Auswertung von Dokumenten wie Frachtdokumenten.
Darüber hinaus wurde KI für das Übersetzen in mehr als 13 Sprachen zwischen frei formulierten Nachrichten ermöglicht. Zusammengefasst wurde aus einem Foto der Frachtpapiere ein Dokument passend zum Auftrag, aus einem „Ja, ich habe abgeladen“ ein gesetzter Status und dank Nachrichtenvorlagen und automatisierter Nachrichten weniger Zeitaufwand für dieselben Aufgaben.
Ergebnisse
- Von null zum ersten Umsatz in unter sechs Monaten. Produkt, Team und Vertriebsstrukturen entstanden parallel.
- €3,8 Millionen Finanzierung. Von Partnern, die den Markt kennen: Schmitz Cargobull, LKW WALTER und 9.5 Ventures.
- Im Vollausbau ein Team aus 11 Personen. International mit Hauptstandort in Wien, Österreich.
- Rund 25% weniger Aufwand pro Auftrag. Das war das Versprechen an die Disposition, mit dem Heylog verkauft wurde.
- Datenschutzkonforme Lösung. Anwendungs- und Datenserver in der EU, DSGVO-konform dokumentiert.
Heylog nach dem Markteintrittsprodukt
Heylog ist ein gemeinsames Projekt von LKW WALTER, Schmitz Cargobull und 9.5 Ventures. Das Unternehmen wird inzwischen von einem neuen Management geführt, das es schrittweise in eine neue Richtung geführt hat. Beschrieben ist hier die Aufbauphase, für die wir verantwortlich waren.
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