Überblick
Die Zusammenarbeit lief in zwei parallelen Strängen. Im ersten ging es darum, mit AI Agents die Leistungserbringung von notus effizienter zu machen. Im zweiten entstand gemeinsam notusOS – eine neue, kundenorientierte Plattform rund um AI Agents, die eine zweite Service-Stufe mit anderer Ökonomie ermöglicht.
Ausgangslage
notus arbeitet im Full-Service-Modell: Kunden liefern Rohmaterial aus Interviews und Gesprächen, notus übernimmt die gesamte Umsetzung – von Strategie und Content über die Veröffentlichung bis zum Aufbau der Reichweite. Der Kunde bleibt weitgehend außen vor.
Das Modell hat klare Stärken, bringt aber eine strukturelle Grenze mit sich, die viele beratungsintensive Dienstleister kennen: Wachstum hängt direkt am Personal. Jeder neue Kunde bindet Expertenzeit über einen mehrstufigen Prozess – Umsatz und Kosten wachsen weitgehend im Gleichschritt.
Gleichzeitig hatte das Unternehmen über Jahre der Kundenarbeit echtes geistiges Eigentum aufgebaut: eigene Frameworks, Playbooks und erprobte Abläufe. Sie waren wirksam, steckten aber vor allem in den Köpfen der Leute und in internen Dokumenten. Sie trugen die Dienstleistung, waren als eigenständiges Produkt aber nicht greifbar.
Daraus ergaben sich zwei Stoßrichtungen: die Effizienz des bestehenden Modells zu steigern und die Methodik in ein neues, skalierbares Angebot zu gießen.
Operative Verbesserungen durch AI
Ziel war es, dort anzusetzen, wo AI manuellen Aufwand aus der Leistungserbringung nehmen kann, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
Der Ansatz war gezielt statt breit. Wir haben die Wertschöpfungskette von Anfang bis Ende kartiert und genau die Stellen gefunden, an denen Zeit in Aufgaben floss, die sich teilweise oder ganz automatisieren lassen – aus Rohmaterial strukturierte Entwürfe machen, Abstimmungsschleifen verkürzen und interne Werkzeuge bauen, die dem Team mehr Kapazität geben, ohne dass es Prompt-Engineering beherrschen muss.
Leitprinzip war durchgängig die Verstärkung: erfahrenen Teammitgliedern mehr Hebel geben, statt ihr Urteil zu ersetzen. Die Werkzeuge fügten sich in bestehende Abläufe ein, statt neue zu erzwingen.
notusOS
Das Full-Service-Modell bedient Kunden, die alles abgeben wollen. Daneben gibt es aber ein beträchtliches Segment, das bereit ist, sich stärker einzubringen: Diese Kunden wollen Zugang zur Methodik, zum System und zu fachlicher Begleitung – aber sie wollen mitsteuern, nicht vollständig delegieren.
Für sie wurde notusOS konzipiert. Es bündelt die Frameworks von notus in einer strukturierten, kundenorientierten Plattform, auf der der Kunde die Führung übernimmt und notus beratend zur Seite steht. So entsteht ein Done-with-you-Modell neben dem bestehenden Done-for-you-Geschäft.
Das ist der Übergang vom Service zum Produkt: das geistige Eigentum aus einer beratungsintensiven Dienstleistung in ein schlankeres, besser skalierbares Format überführen. Das Schwierige daran ist die Frage, welche Teile der Methodik self-service sind, welche Begleitung brauchen und welche weiterhin einen Experten verlangen – und das Zusammenspiel von Unternehmen und Kunde neu zu gestalten, denn die Rollen verschieben sich deutlich.
Waterglass brachte das Denken in Systemarchitektur ein, half, die Plattform auf langfristige Erweiterbarkeit auszulegen, und beriet, wo die Grenze zwischen Produktfunktion und menschlicher Expertise zu ziehen ist. Vision und Produktrichtung lagen durchgehend bei notus.
Die beiden Stränge griffen ineinander. Beim Kartieren der Wertschöpfungskette für die Automatisierung wurde sichtbar, was sich kodifizieren und wiederholen lässt – und genau das prägte den Entwurf von notusOS. Zudem sprechen die beiden Modelle unterschiedliche Käufer zu unterschiedlichen Preisen an und ergänzen sich, statt zu konkurrieren: Die mitgesteuerte Stufe kann ein Einstieg in das Full-Service-Angebot sein oder eine Alternative für alle, die lieber selbst beteiligt bleiben.
Ergebnisse
Effizientere Leistungserbringung. In den Produktionsablauf eingebettete AI-Werkzeuge gaben dem Team mehr Kapazität pro Person und senkten den manuellen Aufwand an zentralen Stellen der Kette.
Fortschritt beim neuen Venture. notusOS kam vom Konzept zum funktionierenden Prototyp – eine kundenorientierte Plattform für eine zweite Service-Stufe. Damit erreicht notus ein Segment, das es zuvor nicht bedienen konnte, mit einem Modell, das nicht proportional mehr Personal verlangt.
Strukturierte Abläufe. Der Bau der Werkzeuge und der Plattform erzwang eine gründliche Bestandsaufnahme der tatsächlichen Arbeitsweise – undokumentierte Prozesse wurden sichtbar, und es wurde klar, welche Teile der Methodik wirklich differenzierend sind.
Aufgebautes Know-how. Das Team entwickelte sichere Routine im Umgang mit AI-Werkzeugen und begann, sein Geschäft durch eine Produkt- und Systembrille zu sehen – beides bleibt über die Zusammenarbeit hinaus bestehen.
Zusammenarbeit
Waterglass war für die gesamte Dauer in das notus-Team eingebunden – Teil der täglichen Entscheidungen und eng an der Seite der internen Mitarbeitenden, nicht als externer Dienstleister auf Abstand. Bei den AI-Werkzeugen lagen technische Konzeption und Umsetzung bei uns. Bei notusOS war die Rolle mitgestaltend und unterstützend: Architektur und Systemdenken, während die Produktvision bei notus blieb.
Über die beiden Kernstränge hinaus umfasste die Zusammenarbeit auch Unterstützung beim Aufbau der internen Rollen, die nötig sind, um die Arbeit weiterzutragen. In dem Maße, wie notus diese Fähigkeiten ins Haus holte, lief unsere Beteiligung bewusst aus – das Ziel war ein eigenständiges Team, kein abhängiges.